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Rückblicke, Einblicke und Ausblicke zum Dorffoto

1000 Jahre - 1000 Menschen!

Vielen Dank an Alle, die dabei waren!

Und nun ist das Video endlich online - schon angeschaut?

 

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1000 Jahre – 1000 Menschen

Habt ihr ihn letzten Sonntag auch gespürt, diesen besonderen Geist der über unserem Reichersbeuern liegt? Ich meine jetzt mit „Geist“ nicht die weise Frau oder das „Gschlerf“  vom Schloss – sondern den besonderen „Spirit“ wie man jetzt neudeutsch so sagt, der einen ganzen Sonntagnachmittag die Ortsbewohner mitnahm und auch heute noch, ein paar Tage später, uns alle in seinem Bann hat. Dieser „Gemeinschaftsgeist“, wenn man ihn so nennen will, bewegt mich heute noch sehr und hat auch viele Teilnehmer sowie Zuschauer nachhaltig beeindruckt.

Wir haben etwas auf die Füße gestellt, was es bei uns in 999 Jahren noch nie gab und wahrscheinlich auf absehbare Zeit nicht mehr geben wird. Rund 1150 Reischbeira (gut, vielleicht manche nicht im Ausweis, sondern „nur“ im Herzen, aber trotzdem!) waren auf den Sportplatz gekommen und haben sich durch ihre Anwesenheit zu unserer Heimat, zu unserem Dorf, zu unserem Reischbein bekannt. Und das aus ganzer Überzeugung! Obwohl keiner auf dem Foto nah und genau zu sehen ist, und somit eigentlich abkömmlich wäre, zeigte die Masse dann, was es bewirkt, wenn viele Menschen für ein Projekt zusammenstehen und schließlich etwas Großes, Einzigartiges daraus hervorgeht.

 

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Wia werd woi´s Weda wern?

Dabei stand das ganze Foto wettertechnisch unter keinem guten Stern (oder vielleicht auch gerade doch, grad wer weiß…?!) Der erste Termin am 13.7. musste witterungsbedingt abgesagt werden, und wenn man am Sonntagmorgen einen Blick Richtung Himmel richtete kam schon der Gedanke auf: „Da wäre ja der 13.7. doch der bessere Termin gewesen…“ Strömender, schwallartiger Regen begoss die Reichersbeurer Trachtler noch am Vormittag beim Totengedenken am Kriegerdenkmal, doch der Bürgermeister hatte zuvor schon verlauten lassen: „Solange es nicht schneit, ziehen wir das Ganze durch!“. Ernst Dieckmann hatte wohl eine gute Wetterapp gefunden, die das Regenende gegen 13 Uhr prophezeite und wollte einen weiteren Verschiebetermin im Herbst nur äußerst ungern in Kauf nehmen. Zumal die Väter dieser Foto-Idee, Matthäus Krinner und Andreas Melf, gemeinsam mit dem Drohnenpiloten Andreas Lehner vorab zwei Tage lang den Sportplatz präparierten und jede Ziffer der 1 000 exakt eingemessen in das Grün des Fußballplatzes markierten.

Also wurde Sonntagmittag der kurze Dienstweg via soziale Medien beschritten und alle vernetzen Dorfbewohner von mir und Andrea Lehner über den auf jeden Fall stattfindenden Termin informiert.

 

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Wetten, dass…?!

Bei der letzten Zusammenkunft am Samstagabend wurden noch Wetten auf die Teilnehmerzahl abgeschlossen. Heiße Diskussionen gab es im Vorfeld auf wie viele Personen die Ziffern ausgelegt werden, man einigte sich auf rund 500. Es würde auch notfalls mit 300 gehen und noch einigermaßen gut aussehen. „Man kann es schlecht einschätzen, meistens kommen ja immer die Gleichen, wer weiß ob wir alle bewegen können an einem Samstag oder auch Sonntag einfach mal nicht an den See oder ins Gebirge zu fahren sondern sich Zeit für ein Foto zu nehmen, usw.“, so der Tenor der Gedanken. So schmiss man die digitale und analoge Werbetrommel eifrig an, damit es ja jeder Dorfbewohner zumindest auf irgendeinem Weg irgendwie mitbekommt. Ob er dann auch wirklich zum Foto kommt, stand zu dem Zeitpunkt noch weit in den Sternen.

Zurück zur Wette: Der Pessimistischste (ich verrate nicht wer) meinte 423, der Optimistischste, es war Sebastian Bartsch, so viel sei verraten, tippte auf 950. Was haben wir über diese doch sehr optimistische Zahl gelacht! Die Geschichte vom Sonntag zeigt uns: Wer zuletzt lacht, lacht am besten! Und wir gönnen es unserem Bartschä von ganzem Herzen, denn sogar seine Einschätzung war noch weit untertrieben. Ca. 1150 Menschen strömten aus allen Himmelsrichtungen heran, die vorbereiteten Zettel waren um kurz vor 15 Uhr bei rund 600 Teilnehmern bereits zu Ende und die Schlange ging immer noch bis zum Kindergarten. Wir konnten es kaum fassen!  Was am Morgen witterungsbedingt noch im wahrsten Sinne als Desaster zu „ersaufen“ drohte, wendete sich am Nachmittag auch im sprichwörtlichen Sinne der Sonne zu, viele waren wohl vom See oder von der Bergtour aufgrund des Regens zuhause geblieben. So wurde improvisiert: Alle Teilnehmer, die keinen Zettel mehr mit einer bestimmten Ziffer ergattern konnten, bildeten einen Unterstrich zur 1000. Moderatorin Monika Steinbacher dirigierte die Masse gekonnt, die Feuerwehrler unterstützen sie dabei, das komplette Bild war dann in rund 15 Minuten fertig aufgestellt. Dann ging´s los: Es wurde Stimmung gemacht, gewunken, die „La Ola Welle“ drehte Runde um Runde durch die 1 000. Und überall Lachen, gute Stimmung und ein einzigartiges Zusammengehörigkeitsgefühl. Unbeschreiblich!

„An Tagen wie diesen…“

Selbst die etwas komplizierte „Auflösung“ der 1 000 durch den „Trichter“ aus den Leuten vom Spielmannszug, wurde durch das Voranmarschieren der Schützenkapelle für alle gut verständlich veranschaulicht. So zogen die Massen hin zu den von der Gemeinde gestifteten Bratensemmeln Richtung Altwirt und feierten dort gemeinsam den wunderbaren Ausklang eines rundum gelungenen Nachmittages. Gegen 19 Uhr sperrte der Gemeinderat dann die Freibierbar am Sportplatz zu, hier blieben noch ein paar Standfeste nach Ende des Fotos gegen 16.30 Uhr „kleben“.

Auch die „Reiwas“ trudelten noch von einem vorangegangenen Auftritt etwas verspätet ein und stimmten gleich das eigens für den Ort und das geplante Video komponierte Lied an.

Stichwort Video: Kamerafrau Vroni Partenhauser begleitete mit zwei Kollegen den ganzen Nachmittag, wir sind jetzt schon sehr auf das Ergebnis gespannt, leider brauchen wir noch ein bisschen Geduld.

 

Tausend Rb. (2)

 

 

Einblicke und Ausblicke

Zumindest wurden, für die ganz Ungeduldigen unter uns, noch am gleichen Abend die ersten Fotos des Drohnenpiloten Andreas Lehner digital veröffentlicht. Und alle waren mehr als begeistert das Ergebnis „ihres Projekts“ gleich bestaunen zu können. Die Begeisterung zog sich auch durch die mediale Berichterstattung. Sowohl der Tölzer Kurier als auch die Süddeutsche Zeitung waren vor Ort und beschrieben in ihren Artikeln die besondere Stimmung des Tages sehr anschaulich für die Leser im ganzen Tölzer Land.

Strahlender als an diesem Abend hatte man den Bürgermeister und das Organisationskomitee selten gesehen – der Grundgedanke von Matthäus Krinner zu dem Foto „1000 Jahre – 1000 Menschen“ wurde tatsächlich Wirklichkeit und alle ließen sich vom Gemeinschaftsgeist an diesem Nachmittag anstecken. Welch wunderbar gelungener Auftakt für das Festjahr 2020!

Mitanand – Beianand – Füranand…

… dieses Motto rief Bürgermeister Ernst Dieckmann für unser 1000jähriges Jubiläum aus und es wurde beim Fototermin keine hohle Phrase, sondern aktiv gelebt. Wie es auf der Einladung stand, kamen Junge und Alte, Einheimische und Zugezogene, ehrenamtlich Engagierte und ganz viele, die „nur“ Dorfbewohner sind und eher im Hintergrund unterwegs sind (das hat uns übrigens am meisten gefreut!)  – es war oafach nur schee! Danke an jeden Einzelnen, DU warst ein Teil davon, DU warst an diesem Sonntag wichtig, DU bist Reischbein!

 

Text: Martina Geisberger
Fotos: Andreas Lehner, Hias Krinner

 

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Mitanand // Beianand // Füranand
Gemeinde Reichersbeuern
Vertreten durch: 1. Bürgermeister Ernst Dieckmann
Tölzer Straße 12
83677 Reichersbeuern
Tel.: 08041 7822-0
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